Barbara Bäumler in der Rolle der Leila und Rafael Tavares in der Rolle des Ali

Ornamentreiche Klangteppiche

‹Ekmek-Kadaif› – humorvoll inszeniert von der Eurythmie-Bühne am Goetheanum

15.02.17
Von: Goetheanum

 

 

Barbara Bäumler und Rafael Tavares von der Eurythmie-Bühne am Goetheanum haben Motive des Märchens ‹Ali, der Meisterdieb› einstudiert.

Märchen können recht komplexe Erzählstrukturen haben. In ‹Ali, der Meisterdieb› gibt es die Perspektiven Alis, die seiner Mutter und überhaupt seines Umkreises sowie die des Erzählers – in der Inszenierung erweitert um einen Lebensrückblick Alis. Barbara Bäumler und Rafael Tavares erschließen die orientalische Stimmung fantasievoll und spielerisch-fließend. 

Nach dem Willen seiner Mutter sollte Ali in die Lehre. Doch statt sich auf ein Handwerk einzulassen, war er auf seine Weise kreativ, spielte auf Gläsern Musik und jonglierte mit Stoffen. Erst beim Meisterdieb mit Schwäche für die Süßigkeit Ekmek-Kadaif findet Ali seine Bestimmung, lernt Zuhören, Geduld und Geschicklichkeit  – Eigenschaften, die das Menschsein als solches ausmachen. Ali wurde selbst zum Meister. Seine Klugheit und sein Geschick stellte er stets in den Dienst sozialer Gerechtigkeit, nicht zuletzt für Leila, die Liebe. 

Die Inszenierung lebt von den ornamentreichen Klangteppichen von und mit Ines Brodbeck und Jaro Milko (Percussion, Zither), nuancierten eurythmischen Bewegungen, feinem Humor in der Zeichnung der Charaktere, mit Liebe zum Detail im Zusammenspiel, und nicht zuletzt von Barbara Stuten, die übergangslos erzählt, den Meisterdieb spielt und die Charaktere zur Eurythmie spricht. In all dem erscheinen spielerisch-feinfühlig Momente der Begegnung, die Ali geprägt haben. Doch die Leichtigkeit birgt Ernst, geht es doch darum, wen man im anderen erkennt. 

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Ekmek Kadaif … oder wie man ein Meisterdieb wird
Eurythmie, Schauspiel und Musik, 16. Februar, 20 Uhr, Goetheanum

Kontakt:
buehne­@goetheanum.ch 


Kategorie: Künste