Öffentliche Ringvorlesung zum Thema Digitalisierung der Bildung

Datum: März 16 - Juni 29

Stuttgart.

Am Donnerstag, 16. März um 11.30 Uhr ist Dr. Matthias Burchardt, Akademischer Rat am Institut für Bildungsphilosophie, Anthropologie und Pädagogik der Lebensspanne der Universität zu Köln, an der Freien Hochschule Stuttgart zu Gast. Er spricht zum Thema „Schüler als selbstorganisierte Lernroboter? 'Neue Lernkultur' als Technisierung des Lernens“. Zu der Veranstaltung laden wir alle Interessierten herzlich ein.

Wenn von Digitalisierung der Bildung die Rede ist, verstehen viele darunter die Anschaffung von Tablets oder Lernsoftware. Nach Ansicht von Matthias Burchardt verbirgt sich dahinter jedoch weit mehr: eine radikale Umdeutung von pädagogischen Grundannahmen, Handlungsmodellen und Zielen. Schon seit längerer Zeit werde in Baden-Württemberg, so Burchardt, die „Neue Lernkultur“ als Wundermittel zur Bewältigung der Heterogenität an Gemeinschaftsschulen gepriesen, bei der sich Schülerinnen und Schüler selbst steuern sollen. Auch dies sei eine Form von „Digitalisierung“, da die jungen Menschen zu kleinen Selbstlern-Robotern umerzogen würden. In seinem Vortrag geht der Akademische Rat der Uni Köln der Frage nach, wie diese Tendenzen und politischen Programme bildungstheoretisch und ethisch zu bewerten sind und zeigt Alternativen auf.
Neben seiner universitären Tätigkeit ist Matthias Burchardt Geschäftsführer der Gesellschaft für Bildung und Wissen e. V. Er ist ein entschiedener Kritiker der Bildungsreformen im Zuge der PISA-Studien der OECD und des europaweiten Bologna-Prozesses.
Veranstaltungsort: Dachsaal der Freien Hochschule Stuttgart, Haußmannstraße 44a
Dauer ca. 1,5 Stunden, Eintritt frei.

Zur Ringvorlesung
Digitale Informationstechnologien entwickeln sich mit hoher Geschwindigkeit weiter und prägen wesentlich unser Zusammenleben. Das verändert auch die Kindheit und Jugend: Vielfältige virtuelle Bildschirmerfahrungen überlagern die ersten Welterfahrungen der Heranwachsenden. Schon werden Forderungen nach einem Einsatz digitaler Geräte in Grundschule und Kindergarten laut, um die Medienkompetenz frühzeitig zu trainieren. Doch dabei wird kaum diskutiert, was Kinder für ihre gesunde leiblich-seelische Entwicklung und den Umgang mit sich selbst wirklich brauchen. Mit der Ringvorlesung 2016/2017 „Aufwachsen in der Medienwelt“ möchten wir einerseits auf verschiedene Tendenzen gegenwärtiger Entwicklungen hinweisen und andererseits die Möglichkeiten sinnvoller medienpädagogischer Projekte betrachten.

 

Weitere Termine
Am 29. Juni setzen wir die öffentliche Ringvorlesung mit einem Vortrag von Franz Glaw, Oberstufenlehrer an der Rudolf Steiner Schule Düsseldorf, zum Thema „Medienarbeit mit Schülerinnen und Schülern. Praktische Beispiele, Erfahrungen und Einsichten.“ fort. Hierzu erhalten Sie rechtzeitig eine Einladung.
Unser gesamtes Veranstaltungsprogramm sowohl für Lehrerinnen und Lehrer als auch für die interessierte Öffentlichkeit sehen Sie
hier.

Die Freie Hochschule Stuttgart
Die Freie Hochschule Stuttgart – Seminar für Waldorfpädagogik arbeitet im Rahmen des Bundes der Freien Waldorfschulen, dem Dachverband der 236 deutschen Waldorfschulen. In den derzeit sechs akkreditierten Bachelor- und Masterstudiengängen werden rund 300 Studierende zu Waldorfklassen-, Fach- oder Oberstufenlehrer/innen ausgebildet. Bereits seit 1999 ist die FHS als wissenschaftliche Hochschule staatlich anerkannt, sodass Absolventinnen und Absolventen in allen deutschen Bundesländern und an ausländischen Waldorfschulen unterrichten dürfen.