Aufbau und Konsolidierung
Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg kommt es in Deutschland zu einem Neubeginn und weltweit zu einer Ausweitung anthroposophischer Initiativen, vor allem mit der Gründung von Einrichtungen in den Bereichen Pädagogik, Medizin, Heilpädagogik und Landwirtschaft. Berufsverbände, Periodika und Verlage entstehen neu.
Mitte der 50er-Jahre beginnt die Herausgabe der Rudolf Steiner-Gesamtausgabe durch die Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung. Die heute über 340 Bände zählende Ausgabe wird zu einer umfassenden Inspirationsquelle für die Erweiterung von Kunst, Wissenschaft und Lebenspraxis durch Anthroposophie.
Ende der 50er-, Anfang der 60er-Jahre zeichnet sich ein Generationenwechsel ab. Mit Guenther Wachsmuth und Albert Steffen sterben 1963 die letzten Gründungsvorstandsmitglieder der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft. Schon vorher bildet sich der Vorstand am Goetheanum durch die Kooptation neuer Mitglieder um, die medizinische Bewegung, die holländischen und englischen Gesellschaften finden erneut eine Verbindung mit dem Goetheanum. Der internationale Charakter der
Gesellschaft wird durch eine Zusammenarbeit mit den Generalsekretären der Landesgesellschaften ausgebaut. An vielen Orten weltweit entstehen kleinere und größere anthroposophische Kulturzentren, Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft bilden ein Forum für Initiativen und Gründungen.
Ende der 60er-Jahre beginnt sich die internationale Bewegung der anthroposophischen Kindergärten zu formieren. Die öffentlich beachtete Gründung des Gemeinschaftskrankenhauses in Herdecke/Ruhr 1969 läutet eine neue Entfaltungsphase ein.




