
- Die Brandruine des ersten Goetheanum. Basler Nachrichten, Januar 1923.
Das Goetheanum wird in der Silvesternacht 1922/23 durch Brandstiftung zerstört. Die Gegnerschaft wächst und die Formen der Anthroposophischen Gesellschaft entsprechen nicht mehr der nun öffentlich wirksamen Bewegung. Rudolf Steiner regt die Bildung autonomer Landesgesellschaften an. Zu Weihnachten 1923 soll deren internationaler Zusammenschluss begründet werden. Der Beschluss zum Wiederaufbau des Goetheanum wird im Juli 1923 gefasst.

- Das Baumotiv für das neue Goetheanum, Wandtafel- zeichnung Rudolf Steiners 1923
Während der Weihnachtstagung vom 24. Dezember 1923 bis 1. Januar 1924 gründet Rudolf Steiner die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft. Er bildet einen Initiativ-Vorstand mit Albert Steffen, Marie Steiner, Ita Wegman, Elisabeth Vreede und Guenther Wachsmuth, er selbst übernimmt den Vorsitz. Gleichzeitig begründet er als Mittelpunkt spiritueller Wirksamkeit die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft. Sie ist in Klassen und Sektionen für allgemeine Anthroposophie, Pädagogik, Medizin, Redende und Musizierende Künste, Schöne Wissenschaften, Mathematik-Astronomie, Naturwissenschaft und Bildende Künste (Edith Maryon) gegliedert; kurz darauf kommt eine Sektion für Jugend (Maria Röschl) hinzu, später eine landwirtschaftliche Abteilung und eine Sektion für Sozialwissenschaft. (siehe auch: Gründungsgeschichte der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft)
Durch Fragen von Landwirten (Carl Graf von Keyserlingk), Heilpädagogen (Franz Löffler, Albrecht Strohschein, Siegfried Pickert) und entsprechende Fachkurse Rudolf Steiners entstehen die biologisch-dynamische Landwirtschaft und die anthroposophische Heilpädagogik und Sozialtherapie; auf Initiative von Marie Steiner, Max Gümbel-Seiling, Gottfried Haaß-Berkow und anderen werden mit dem „Dramatischen Kurs“ neue Perspektiven für Schauspiel und Sprachkunst gegeben.
In einer intensiven Vortragstätigkeit Rudolf Steiners, den „Anthroposophischen Leitsätzen“ und „Michaelbriefen“ (GA 26), kommt eine Neuformulierung der Anthroposophie zur Erscheinung. Am 30. März 1925 stirbt Rudolf Steiner.

- Wandtafelzeichnung Rudolf Steiners beim "Landwirtschaftlichen Kurs", Juni 1924. Die Anregungen des Kurses bilden den Ausgangspunkt der heute über 3500 Höfe, die nach biologisch-dynamischer Wirtschaftsweise arbeiten.
(siehe auch: Landwirtschaft)
Beim „Heilpädagogischen Kurs“ im Sommer 1924 entwickelt Steiner Perspektiven für die Therapie, das Leben und Arbeiten mit Menschen mit Behinderung. Im Bild: Pioniere anthroposophischer Heilpädagogik: Werner Pache, Franz Löffler, Ita Wegman, Sigfried Pickert und Albrecht Strohschein (v.l.n.r.).
(siehe auch: Heilpädagogik und Sozialtherapie)
Nach oben