Freie Schulwahl ist ein grosses Bedürfnis
Eine 2001 der Öffentlichkeit vorgestellte empirische, an der Universität Zürich durchgeführte, Studie beweist, dass eine grosse Mehrheit der Erziehungsberechtigten die freie Schulwahl begrüssen würde, sofern die Kosten überwiegend vom Staat getragen würden. Die Auftraggeberin der Studie, Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Privatschulen ASP, will damit die politische Diskussion um Schulwahlfreiheit und deren Finanzierung sachlich und fundiert in Gang bringen.
Multikulturalität, Liberalisierung und Forderungen nach Qualität und Flexibilität sind einerseits Chancen für die Entwicklung der Schule. Andererseits liegt gerade auch darin die Gefahr permanenter Überforderung aller Beteiligten. Je grösser die Wertevielfalt und die Freiheit im Umgang damit wird, desto wichtiger wird für Erziehungsberechtigte die Frage nach der weltanschaulichen Ausrichtung der Schule, nach den Werten und Normen, die sie vermittelt. Für Bildungsverantwortliche rückt angesichts dieser Entwicklungen die politische Frage, in welche Richtung sich das Verhältnis von Staat und Schule entwickeln soll, immer mehr in den Vordergrund.
Um für diese immer dringender werdende gesellschafts- und schulpolitische Auseinandersetzung qualifizierte Diskussionsgrundlagen zu erhalten, hat die Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Privatschulen ASP bei FS&S Forschungsbereich Schulqualität & Schulentwicklung der Universität Zürich eine Studie über Meinungen und Einstellungen von Erziehungsberechtigten zur freien Schulwahl in Auftrag gegeben. Zweck der Studie ist es, empirisch gesicherte Daten zu drei Aspekten dieser Frage zu erhalten: Meinungen und Einstellung Erziehungsberechtigter zur freien Schulwahl, ihre Wünsche bezüglich Bildungsvielfalt, sowie ihre Meinungen und Einstellungen darüber, wie Privatschulen finanziert werden sollten.
Wahlfreiheit ohne Kostenfolge für die Familien
Kürzlich wurden die Ergebnisse dieser Studie in Bern im Beisein namhafter, an Bildungspolitik interessierter Politiker einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Zusammenfassend zeigt sich folgendes Bild: 58% der Eltern oder Erziehungsberechtigten möchten die Schule für ihr Kind selbst wählen können. 62 % wünschen sich ein diversifizierteres Angebot an staatlichen und privaten Schulen, wobei sogar 65% der Meinung sind, bei freier Schulwahl dürften für die Familien keine oder höchstens geringe Kosten entstehen. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass sich sogar 70 % der Eltern oder Erziehungsberechtigten für die freie Schulwahl der eigenen Kinder aussprechen, wenn der Staat die Finanzierung übernimmt, ihnen also daraus keine Kosten entstehen. Schliesslich sind 70% der Befragten der Meinung, dass nicht-gewinnorientierte (gemeinnützige) private Schulen vom Staat finanzielle Unterstützung erhalten sollten. Generell wird auch die Meinung geäussert, der Besuch einer Privatschule solle durch die Erziehungsberechtigten und Staat gemeinsam getragen werden.
Beitrag zur politischen Diskussion
Damit wird deutlich, dass die freie Schulwahl ein breites Bedürfnis darstellt, das aber letztlich für die Meisten an der Frage der Finanzierung scheitert. Bringt man diese Erkenntnis in Zusammenhang mit den durch die Gesellschaftsentwicklung in die Schule getragenen, ständig wachsenden Problemen und den sich daraus ergebenden Forderungen nach vermehrtem Spezialunterricht und kleineren Klassen samt der daraus resultierenden Kostenexplosion für die öffentliche Hand, so drängt sich die breite Diskussion über neue, den heutigen Anforderungen und Bedürfnissen besser gerecht werdende Finanzierungsmodelle im Bildungswesen auf. Es ist wichtig, dass sie sachlich geführt wird im Interesse von Bildungsvielfalt und Chancengleichheit. (pd)
Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Privatschulen ASP, Postfach 2069, 6002 Luzern
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