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Individualisierung und Integration

gehören zu den Leitprinzipien der gegenwärten Arbeit im Feld mit Menschen mit Behinderungen.

Jeder Mensch hat seine eigenen Bedürfnisse: leiblich, seelisch und geistig. Aufgrund seiner Behinderung dürfen ihm weder seine individuellen Entwicklungsmöglichkeiten vorenthalten werden, noch die Aufnahme in die Gemeinschaft mit anderen oder die Bürgerrechte innerhalb seiner Gesellschaft.

Wie Individualisierung und Integration im einzelnen Fall erfüllt werden können, dafür gibt es Leitlinien und allgemeine Gesichtspunkte, aber keine uniformen Lösungen. Integration kann in pluralen Gesellschaftsformen immer nur bedeuten, dass jeder einzelne für sich entscheiden kann, was Integration für ihn bedeutet.

Keinesfalls dürfen Einrichtungen und besondere Angebote für Menschen mit Behinderungen als Integrationsorte für Menschen in besonderen Lebenslagen ausgeschlossen oder herabgewürdigt werden. Allerdings müssen sich Einrichtungen selbst im Hinblick auf Individualisierung und Integration weiterentwickeln, um ihre Brückenfunktion zwischen dem Einzelnen und der Gesellschaft noch besser zu erfüllen.

Eine Kultur der Vielfalt

"In einer pluralen Gesellschaft sind grundsätzlich ganz unterschiedliche Formen von Gemeinschaftsbildung nicht nur möglich, sondern ausdrücklich erwünscht.

So gesehen handelt es sich darum, jedem Menschen seinen Ort der Integration zu ermöglichen. Für Menschen mit Behinderung kann dies die Regelschule, aber auch die Kleinklassenschule oder die Heimschule sein. Es kann die Vermittlung auf dem ersten Arbeitsmarkt, die integrative Wohngruppe oder das Leben in einer Dorfgemeinschaft sein. Die Entscheidungsbefugnis darüber, welche Art des Lebens ihrem eigenen In-tegrationsgefühl und Unterstützungsbedarf am besten entspricht, liegt in den Händen der betreffenden Menschen und ihrer Stellvertreter (Eltern, Angehörige, rechtliche Vertreter).

Einseitige dogmatische Festlegungen wissenschaftlicher, praktischer oder legislativer Art über die Art und Weise der Integration von Menschen mit besonderen Bedürfnissen werden die Idee der Integration auf Dauer gesehen korrumpieren, wenn plurale Lebensformen, wie sie dem Leben in einer Demokratie entsprechen, dadurch verhindert werden." 

 

(Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie: Positionspapier zur Integration)

 

Der gesamte Text als pdf zum Lesen oder Download