Anthroposophische Geisteswissenschaft
Anthroposophie – wörtlich aus dem Griechischen: Weisheit vom Menschen (Anthropos: Mensch; Sophia: Weisheit) dem Sinn nach: „Bewusstsein des Menschentums“ (siehe: zum Begriff "Anthroposophie").
Anthroposophie steht in der abendländisch-christlichen Tradition philosophischer und religiöser Versuche des Menschen, sich selbst zu verstehen. Entstanden mit Beginn des 20. Jahrhunderts (siehe: zur Geschichte der Anthroposophie) zeichnet sich Anthroposophie aus durch eine Erweiterung der Erkenntnis (spiritueller Realismus) und die Entwicklung individueller Handlungsverantwortung (ethischer Individualismus).
Als ethischer Individualismus erschliesst und fördert sie die Fähigkeit des Menschen zur freien Selbstbestimmung; dazu gehört, dass er sich in den Folgen seiner Handlungen erkennt. Als spiritueller Realismus eröffnet sie neue Dimensionen der Wirklichkeit, in denen ein geistiges Menschenverständnis als reflektierte Erfahrung das physisch-psychologische Menschenbild erweitert und modifiziert (siehe: zentrale Fragestellungen).
In diesem Sinne ist Anthroposophie eine „Versuchsmethode des allgemein Menschlichen und der allgemeinen Welterscheinungen“, ein „Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltenall führen möchte.“
Anthroposophie wandelt Wissenschaft zu Lebenspraxis und Lebenspraxis zu spiritueller Kultur. Diese wechselseitige Umwandlung kann als künstlerischer Vorgang gesehen werden und neue Ansätze für das Kunstschaffen geben. Auf diese Weise entfaltet sich anthroposophische Geisteswissenschaft durch die Entwicklung individueller Fähigkeiten als kulturell-zivilgesellschaftliches Engagement.
