Forschung und Ausbildung
Die verschiedenen Einrichtungen und Forschungsprojekte zur Erforschung und Entwicklung des neuen pädagogischen Ansatzes und seiner Grundlagen werden heute von der Pädagogischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft wahrgenommen. Neben der durch die wöchentlichen Lehrerkonferenzen veranlagten praxisnahen Forschung in den Schulen und der zwischen den 50er- und 80er-Jahren sich breit entfaltenden regionalen und internationalen Tagungs- und Fortbildungskultur gibt es seit den 80er-Jahren Forschung zur Waldorfpädagogik zunehmend an Hochschulen. Neben Dissertationen, Habilitationen und Forschungsprojekten im Rahmen von Universitäten entstehen eigene Forschungsstellen oder Institute für Waldorfpädagogik, vor allem im Zusammenhang mit der Lehrerbildung, so z. B. die 1984 gegründete Pädagogische Forschungsstelle des Bundes der Freien Waldorfschulen (s.u.) in Stuttgart und Kassel. Eine vielfältige und gut erschlossene Literatur zur Waldorfpädagogik ist aus diesen Arbeiten hervorgegangen.
Die Ausbildung der Lehrer an Waldorfschulen geschieht bis in die 50er-Jahre vorwiegend als Weiterbildung in Kursen und Tagungen; seit 1925 bestehen, neben den Versuchen des Jena-Zwätzener Pädagogischen Arbeitskreises, Ansätze für ein eigenständiges pädagogisches Seminar in Stuttgart. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg beginnen in Deutschland erstmalig ganzjährige Lehrerausbildungskurse (Mitwirkende u. a.: Erich Gabert, Sophie Porzelt), die 1951 zu einem vom Bund der Freien Waldorfschulen (s.u.) getragenen Lehrerseminar entwickelt werden. Kurz darauf, 1953, entsteht am Goetheanum in Dornach ein Lehrerseminar, 1962 am Emerson College (GB) die erste englischsprachige Waldorflehrer-Ausbildungsstätte. Entsprechend der Ausbreitung der Schulen sind bis heute 65 Ausbildungsstätten in 27 Ländern zur Pädagogik Rudolf Steiners entstanden.
