Kindergärten
Parallel zur Entwicklung der Schulen werden – verstärkt nach dem Zweiten Weltkrieg – auch neue Impulse für die Vorschulerziehung aus anthroposophisch orientierter Pädagogik realisiert. Seit 1926 besteht an der Stuttgarter Schule ein Kindergarten, an anderen Schulen entstehen in den folgenden Jahren vereinzelt weitere Kindergärten. Bis in die 60er Jahre entwickeln sich so die Waldorfkindergärten gewöhnlich im Umfeld einer existierenden Schule, später kehrt sich dies immer öfter um, sodass aus bestehenden Kindergärten Schulgründungen hervorgehen.
So trägt das wachsende Bedürfnis nach Waldorfpädagogik im Vorschulbereich auch zu den vermehrten Schulgründungen im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts bei. Im Oktober 1969 schließen sich 32 Kindergärten zur „Vereinigung der Kindergärten nach der Pädagogik Rudolf Steiners (Waldorfkindergärten) e.V.“ (seit 1972 „Internationale Vereinigung der Waldorfkindergärten“) zusammen.
Prägend für die Aufbauarbeit dieser Vereinigung, die durch Beratung, Fachtagungen, Erfahrungsaustausch und Betreuung der entstehenden Kindergartenseminare gemeinsame Aufgaben ergreift, sind u. a.: Elisabeth von Grunelius, Ingeborg Haller, Klara Hattermann, Helmut von Kügelgen und Bronja Zahlingen. Ein erstes Seminar für Waldorf-Kindergärtnerinnen entsteht Ende der 50er-Jahre in Hannover; bis 1994 entstehen weltweit 39 weitere Ausbildungs- und Fortbildungseinrichtungen für den Vorschulbereich. Bis 1978 existieren weltweit 240 Kindergärten, 1988 über 600 und im Jahr 2000 sind es 1.675 Kindergärten.

