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Das landwirtschaftliche Umfeld während der zweiten Jahrhunderthälfte

Die wenigen im Westen verbliebenen biologisch-dynamischen Betriebe setzten ab 1945 ihre Arbeit fort. Mehr als 20 Jahre Aufbauarbeit waren in Mitteldeutschland und im Osten verloren. Doch das Engagement für die bereits erprobten Prinzipien blieb ungebrochen und ein reiches Erfahrungsgut war vorhanden. Die nunmehr einsetzende Entfaltung der biologisch-dynamischen Bewegung sollte gleichzeitig mit einem strukturellen, verfahrenstechnischen und soziologischen Umbruch in der allgemeinen Landwirtschaft stattfinden.

Der Vergleich mit dem allgemeinen wirtschaftlichen Wachstum in Industrie und Gewerbe veranlasste die Landwirtschaft ihren Produktionsspielraum vorwiegend nach ökonomischen Motive auszunutzen. Spezialisierung, Arbeitsteilung, Ersatz der menschlichen Arbeitskraft durch Energie und Maschinen, Optimierung der Verfahren und Rationalisierung sollten auch der Landwirtschaft zu höherer Erzeugungskapazität und gesteigertem Einkommen verhelfen.

 

Der Neuaufbau nach dem Krieg - Begründung und Aufbau des Forschungsrings
Erste Begegnungen innerhalb der biologisch-dynamischen Bewegung hatten unmittelbar nach dem Krieg eingesetzt. Im Spätsommer 1946 erhielten zahlreiche Landwirte und Interessierte ein Einladungsschreiben anlässlich einer von Immanuel Voegele, Siegfried Palmer, Kurt Theodor Willmann und Hans Heinze gezeichneten Initiative. Mit diesem Schreiben wurde für den 1. bis 4. Oktober 1946 zu einer Zusammenkunft eingeladen, die folgenden Themen gewidmet war:

1. Die Konstitutierung des Forschungsrings innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft

2. Gliederung der Leitung

3. Begründung und Gliederung der Auskunftsstellen

4. Begründung und Gliederung der Arbeitsgemeinschaften

5. Präparateherstellung

6. Schrifttum

7. Schulung, Kurse, Tagungen

8. Forschungsfragen, Ernährung, Zusammenarbeit mit Naturwissenschaftlern und Ärzten

9. Sozialwissenschaftliche Fragen: Betriebswirtschaft, Bodenreform, Siedlungswesen.

 

Als Resultat der Zusammenkunft , wurde am 4. November 1946 der Rundbrief Nr.1 an die Mitglieder versandt. Er enthielt das Einleitungsreferat zur Begründungsversammlung des Forschungsrings von Immanuel Voegele. Der Name Forschungsring weist auf die nunmehr bestehende Aufgabe hin, aus einer Forschung, die durch vertieftes Verständnis des Landwirtschaftlichen Kurses getragen war, zur Weiterentwicklung der Arbeit beizutragen.

Das Zusammenwirken mit der Naturwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum und ihrem noch amtierenden Leiter Guenther Wachsmuth konnte wieder in Gang gesetzt werden.

 

Das Institut für Biologisch-Dynamische Forschung

Während die Aufbauarbeit des Forschungsring weiterging, erfolgte im Jahre 1950 in Darmstadt eine erste wichtige Erweiterung der überregionalen Arbeit: die Begründung des Instituts für Biologisch-Dynamische Forschung. Die Arbeit konzentrierte sich zunächst auf Fragen der Kompostierung und der Werterhöhung von Saatgut.

 

 

Die biologisch-dynamische Arbeit