Aktuelles
Werden Sie Gewinner an Lebensqualität!
Treffen der Verbraucher-Initiativen am Goetheanum 2006
Zum zweiten Mal trafen sich Konsumentenvertreter und interessierte Verbraucher für einen Austausch am Goetheanum. Ulrich Rösch von der Sozialwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum stellte in seiner Einleitung die arbeitsteilige Wirtschaft vor. Zwischen den Konsumenten und Produzenten müssen sich Assoziationen bilden, um im Gespräch an „runden Tischen“ zu Vereinbarungen zu kommen. Er schilderte, dass der Preis dann ein gerechter ist, wenn der Produzent wiederum ein neues vergleichbares Produkt schaffen kann. Im Buch „Kunde König ruiniert sein Land“ wird gezeigt, dass die Meinungen und das tatsächliche Kaufverhalten oft weit auseinanderliegen. Es stellte sich die Frage, wie bewusst tätigt der Verbraucher seine Einkäufe?
Dass Einkaufen und Konsumieren nicht nur Verantwortung bedeutet, sondern auch Befriedigung und positive Lebensqualität, stellte Nikolai Fuchs, Leiter der Landwirtschaftlichen Sektion mit seinem Beitrag „Die Freuden des Verbrauchers im Alltag“ dar. Was wirklich zählt, ist echte Lebensqualität, Zeit für die Familie, der alltägliche Genuss, um beispielsweise leckere Demeter Lebensmittel zu schmecken und in der Küche zu verarbeiten oder im Naturkostladen einzukaufen, der vielleicht etwas teurer ist, aber um die Ecke liegt und wo das eigene Kind nicht mit unerwünschten Süßigkeiten begrüßt wird. Diese alltägliche Lebensqualität verschafft man sich durch Grundsatzentscheidungen z.B. für bewusste ökologische Lebensführung. Die Mehrkosten bei den Lebensmitteln sind dann budgetneutral, wenn man Einsparungen an anderer Stelle tätigt z.B. bei der Wahl eines kleineren Autos, einer einfacheren Wohnung oder einer etwas weniger aufwändigen Urlaubsreise. So könnten die Demeter Konsumentenvereine mit positiven Aussagen für sich werben:
„Werden Sie Gewinner an Zeit – durch kurze Wege zum Bio-Laden nebenan“
„Werden Sie Gewinner an köstlichen Speisen durch Demeter Lebensmittel“
Werden Sie Gewinner an Lebensqualität – durch ökologische Kaufentscheidungen“ etc.
Wichtig ist, dass der Verbraucher nicht immer zum Verzicht oder zu höherer finanzieller Leistung aufgefordert wird, sondern ihm die Vorteile seiner ökologischen Kaufentscheidung verdeutlicht werden.
Als dritten Beitrag stellte der designierte Präsident des Demeter Konsumentenvereins Basel Marc Theurillat die Schweizer Demeter Konsumentenvereinigung und ihre Arbeit vor. Über 1000 Mitglieder sind in mehreren Vereinen organisiert. Der Verband der Demeter Konsumentenvereine ist einer von drei Poolpartnern neben den Produzenten und Händlern. Ein gemeinsames Projekt waren die Demeter Marktgespräche zum Lagergemüse (Möhren und Kartoffeln), wo alle Partner am runden Tisch über Preise und Angebot redeten. Wichtig wird das Thema fair economy, das die ökologische Produktion und Verarbeitung ergänzt. In Kürze soll es ein Produkt des Monats geben, wo ein von den Konsumenten ausgewähltes Lebensmittel mit begleitenden Informationen herausgestellt wird.
Für die Konsumenten mit geringem Budget sind die Preise ein Thema. Dabei spielen die Logistikkosten eine große Rolle, da Erfassung kleiner Mengen und der dadurch aufwändigere Vertrieb sich erhöhend auf die Bio-Preise auswirken. Hier muss nach Wegen gesucht werden.
Ein Erfolg war die Steiner Woche 2006, wo es Stände und Präsentationen gab. Die Naturkostladner erstellten einen gemeinsamen Prospekt.
Nach diesen Ausführungen gab es noch kleinere Beiträge von Dr. Michael Rist, Konsumentenverein Zürich, der Briefe zu Wirtschaftsfragen für die Konsumentenbildung verfasst, wo Grundlagen für ein Verständnis dieser Materie gelegt werden sollen. Als Möglichkeit stellte er eine Einkommensverteilung nach Punkten vor, wo Bedarf und Bedürfnisse von Mitarbeitern berücksichtigt werden. Dr. Horst Habisreitinger, Förderkreis für Umweltgesundung, München betonte, dass dieses Konsumententreffen zukünftig durch Teilnahme von Händlern und Produzenten ergänzt werden müsse, um nicht als „Monokultur“ dazustehen. Wichtig ist das Gespräch mit den Partnern, denn nur über den menschlichen Austausch, der auch eine Auseinandersetzung sein kann, kommt es zu gemeinsamen Vereinbarungen. Der Förderkreis hat sich im letzten Jahr u.a. mit der Verhinderung der Gentechnik befasst und der Verbreitung und Information über samenfeste Gemüsesorten. Renate Lendle, Fördergemeinschaft für Umweltpflege, Wiesbaden wirkte als Verbrauchervertreterin in der Demeter Kommunikationsgruppe mit. Sie berichtete von der Sinus-Studie, in der Bio und Demeter nahe gesellschaftliche Gruppen hinsichtlich ihrer Motivation und ihres Lebensstils untersucht wurden. Da wird der potentielle Demeter Konsument konkreter, neue Möglichkeiten des Kontakts können durch eine gezieltere Ansprache geschaffen werden. Ansonsten hat die Fördergemeinschaft eine Verbraucherschulung zur Lebensmittelqualität mit der Bildekräftemethode organisiert.
Fazit dieses Treffens war es, dass die kurze Zeit nicht ausreichte und der Wunsch nach Fortsetzung im nächsten Jahr besteht. Bei diesem Treffen konnten die gegenseitigen Projekte wahrgenommen werden, es gab Anregungen für die eigene Arbeit und die Möglichkeit zum Gespräch mit den anderen Teilnehmern.
Kommender Termin:
voraussichtlich Samstag, der 12.05.2007 von 14:00-17:30 Uhr.
Das Treffen wird wieder im Anschluss an den Initiativkreis für Ernährung stattfinden. Interessierte sind willkommen, sich bitte bei der Sozialwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum anzumelden.
fon +41 (0)61/706 43 26
fax +41 (0)61/706 43 50
eMail: sektion.sozialwissenschaft@goetheanum.ch
Petra Kühne
Treffen der Initiativen für Ernährung und Verbrauchervertreter 2005
Die Verbraucher sind am Kommen!
Wärme und Kälte in ihrer Wirkung auf die Lebensmittel und den Menschen waren die Hauptthemen beim diesjährigen Treffen des Initiativkreises für Ernährungsfragen. Außerdem zeigte der vielfältige Austausch, was aktuelle Ernährungsthemen und Aktionen sind: von Fortbildungskursen über Veranstaltungen mit Demeter Lebensmitteln zum Welternährungstag, der Qualitätsbeeinträchtigung durch strikte Hygienevorschriften bis zu Arbeiten zum weltweiten Zuckerverbrauch. Einen Raum nahm die Frage ein, wie anthroposophisch orientierte Ernährungslehre in Fachbüchern dargestellt wird und wie wir uns sehen wollen? Eine „anthroposophische Kost“ mit konkreten Lebensmittelempfehlungen wie die Blutgruppendiät oder South Beach Ernährung trifft es gar nicht. Wichtig ist die anthroposophische Grundlage, die zu anderem Umgang und Qualitätsbeurteilung von Lebensmitteln und Ernährung führt.
Das anschließende Verbrauchertreffen fand erstmalig statt. Es diente dem Kennenlernen der verschiedenen Vertreter von Demeter Konsumentenvereinen und deren Aktionen sowie einer gemeinsamen Arbeit über Assoziationen.
