Ernährungsimpuls
Ernährung wirkt auf den ganzen Menschen, d.h. auf seinen Körper, seine Vitalität und seine seelisch-geistige Verfassung. Daher gab Rudolf Steiner schon in seinen frühen Vorträgen vor 100 Jahren Ernährungshinweise, nicht nur für den Esoteriker, sondern für alle Menschen. Mit der biologisch-dynamischen Landwirtschaft kam ein Bewusstsein nicht nur für die Auswahl der Lebensmittel wie Getreide oder Kartoffel, sondern auch für die Anbauqualität hinzu. Damit erfüllt diese Landbaumethode nicht nur einen Dienst an der Erde, sondern die erhaltenen Lebensmittel ergeben für den Menschen eine gesunde Nahrungsgrundlage.
Die anthroposophische Ernährungsweise unterscheidet sich in verschiedenen Aspekten von anderen „alternativen“ Ernährungsformen wie der Vollwerternährung oder Trennkost. So hat sie nicht die naturwissenschaftliche Erkenntnisgrundlage, sondern sie erweitert die naturwissenschaftliche Ernährungslehre durch eine ganzheitliche Anschauung vom Menschen als ein körperlich-vitales und seelisch-geistiges Wesen. Daher benötigt der Mensch nicht nur Nährstoffe, sondern Impulse für seine Vitalität und seelisch-geistigen Bereiche durch die Nahrung. Es gibt es keine festgelegten Vorschriften zur die Verwendung bestimmter Lebensmittel für den einzelnen Menschen. Dies muss jeder selbst entscheiden.
Die Verwendung der Lebensmittel ist von der jeweiligen Kultur und Landwirtschaft einer Region geprägt. So isst man in Asien anders als in Amerika, in Südeuropa anderes als in nordeuropäischen Ländern. So wäre das in Mittel- und Osteuropa populäre Roggenvollkornbrot in Südeuropa oder gar tropischen Ländern ganz ungewöhnlich und wahrscheinlich nicht sehr bekömmlich. In Amerika ist der Verzehr von Mais üblich, in Europa nur in geringem Maße. Hirse wird traditionell in Afrika viel gegessen, in Asien kaum. Daher kann Ernährung nicht global einheitlich sein, sondern gliedert sich nach den Bedürfnissen und der Kultur der Menschen wie auch des Klimas. Der anthroposophische Ernährungsimpuls ist daher frei in der konkreten Ernährungsempfehlung und berücksichtigt die kulturellen Besonderheiten.

