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05. Juli 2008

Unterirdische Bewässerung in der Wüste

Die SEKEM-Akademie will klassische Flutbewässerung durch innovative Bewässerungskonzepte ersetzen...


03. Juli 2008

Demeter-International beschließt internationale Richtlinien für Demeter/Biodynamic® Weine

Mit der Verabschiedung von Mindestkriterien für zertifizierte Demeter/biodynamische Weine gelang ein grosser Erfolg und eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft. ...


30. Juni 2008

Mitkochzentrale.net mit neuen bio-dynamischen Rezepten

Von Argentinien bis Ungarn wird in 38 Ländern auf über 3500 Betrieben mit rund 100 000 Hektar Fläche nach den konsequenten Demeter-Richtlinien anerkannt...

Die Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum

Das Glashaus, Sitz der Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum

Als der Landwirtschaftliche Kurs im Schloss Koberwitz, östlich von Breslau in Schlesien gelegen, in den Pfingsttagen 1924 von Dr. Rudolf Steiner abgehalten wurde, war von ihm bereits im voraus abgeklärt, welcher Sektion am Goetheanum dieser Impuls einer aus der Anthroposophie erneuerten Landwirtschaft eingegliedert werden sollte. Ita Wegmann lehnte als Leiterin der Medizinischen Sektion angesichts ihrer zahlreichen Aufgaben und Verantwortungen die Aufnahme dieses weiteren umfassenden Arbeitsgebietes ab. So wurde die landwirtschaftliche Arbeit der Naturwissenschaftlichen Sektion angegliedert. Die weitere Entwicklung zeigte, dass Jahrzehnte hindurch zwischen dem Versuchsring der Landwirte und Guenther Wachsmuth als Sektionsleiter eine fruchtbare Arbeit geleistet wurde. Wachsmuth war nicht Berufslandwirt, aber inhaltlich kam es für die Grundlegung und Ausbildung der biologisch-dynamischen Methode und deren Vertretung in der Welt in erster Linie auf die Verbindung mit der anthroposophisch-geisteswissenschaftlichen Arbeit an, die am Goetheanum gepflegt wird.

Wie schon vor und während des Krieges fanden jährlich Anfang Februar die landwirtschaftlichen Tagungen am Goetheanum statt. Sie bildeten und bilden bis heute ein internationales Zentrum der Begegnung und des Austauschs innerhalb der biologisch-dynamischen Bewegung. Im Laufe der 50er-Jahre erweiterte sich die landwirtschaftliche Arbeit innerhalb der Naturwissenschaftlichen Sektion, u.a. durch die Tätigkeit des Arztes und Ernährungsforschers Dr. Gerhard Schmidt.

Im Jahre 1963, kurz vor dem Tod Guenther Wachsmuths und der Übernahme der Abteilung der Naturwissenschaftlichen Sektion durch Hermann Poppelbaum, kündigte der Vorstand am Goetheanum am 10. Februar die Bildung einer "Sektion für Ernährung und Landwirtschaft" unter der Leitung von Gerhard Schmidt an. Als Sektionsleiter arbeitete Schmidt eng mit der Medizinischen Sektion und der Naturwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum zusammen, widmete sich vornehmlich Ernährungsfragen und in der ersten Hälfte der 60er-Jahre nahm die von Hans Heinze ausgelöste Diskussion über Mineralstoffe in der biologisch-dynamischen Düngung und den Nahrungsmitteln breiten Raum ein. Im Rahmen der Sektion fanden von 1963 bis 1971 neben den landwirtschaftlichen Tagungen und Arbeitszusammenkünften 16 meist kürzere Ernährungstagungen in Dornach, Österreich und Italien statt. Beteiligt waren Landwirte und landwirtschaftliche Berater, deutsche Verbraucherverbände und einzelne Ärzte. Hervorzuheben sind die prägenden Beiträge des Ernährungswissenschaftlers Udo Renzenbrink.

Nachdem Dr. Gerhard Schmidt 1970 von der Leitung zurücktrat, übernahm die Naturwissenschaftliche Sektion unter Leitung von Dr. Jochen Bockemühl wiederum die Landwirtschaft in ihren Aufgabenbereich. Dr. Bockemühl richtete die Arbeit so ein, dass landwirtschaftliche Belange in fruchtbarer Weise zu ihrem Recht kamen. Um der wachsenden internationalen Entfaltung der biologisch-dynamischen Bewegung zu entsprechen, wurde innerhalb der Sektion ein zweimal jährlich tagender "Vertreterkreis für Landwirtschaft" aufgebaut. In diesem internationalen Gremium kamen und kommen noch heute Initiativträger und erfahrene Mitarbeiter der biologisch-dynamischen Arbeit aus verschieden Ländern zusammen. In den Zusammenkünften wird seit ihrer Entstehung für die Gesamtbewegung das Jahresthema beschlossen und die jährliche Wintertagung konzeptionell und personell vorbereitet. Darüber hinaus schließt die Begegnung geisteswissenschaftliches Studium und Austausch über fachliche Fragen mit ein.

1972 Begann die Durchführung eines einmonatigen Ausbildungskurses für junge Landwirte, der geisteswissenschaftliche, künstlerische und landwirtschaftliche Studienangebote enthält und seitdem in jedem Jahr eine größere Anzahl von Teilnehmern vereinigt.

1972 übernahm Prof. Dr. Herbert Koepf die Leitung der Abteilung Landwirtschaft. In den 70er- und 80er-Jahren wurde von der Landwirtschaftlichen Abteilung in erster Linie die internationale Ausbreitung der Bewegung gefördert und begleitet. Koepf konnte seine bereits bestehenden Verbindungen nutzen und unterstützte die Entwicklung der Arbeit in Nord- und Südamerika, in Neuseeland, Polen, Israel und Italien durch Vortragsreisen, Kurse und Beratungstätigkeit. Die Teilnahme an der Wintertagung erfolgte zwar weiterhin auf Einladung, doch wurde der Einladungsmodus entsprechend der Ausbreitung so gehandhabt, dass die Teilnehmerzahl auf 500-700 Menschen anstieg und vor allem jüngere Menschen in größerer Anzahl erreichte.

1988 wurde Dr. Manfred Klett als hauptamtlicher Leiter der Landwirtschaftlichen Abteilung berufen. Dr. Manfred Klett führte mit grossem Engagement die internationale Arbeit fort und regte verstärkt die geisteswissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Aufgaben der Zeit und die damit verbundene Entwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe an.

Seit 2001 liegt die Leitung der Abteilung bei Nikolai Fuchs. Nach der Geschäftsführung von Demeter Nordrhein-Westfalen und der des Forschungsrings für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise in Darmstadt sowie seiner zeitweise parallel verlaufenden Geschäftsführung des Demeter Bunds, Bereich Zertifizierung, widmet sich Nikolai Fuchs als Leiter der Landwirtschaftlichen Abteilung verstärkt der Öffentlichkeitsarbeit.
Parallel dazu:
EU-Coordinator von Demeter International, Brüssel (BE), Stiftungsrat und Mitglied der Geschäftsführung Zukunftsstiftung Landwirtschaft, Bochum (DE), Vizepräsident International-Biodynamic Association (IBDA), Arlesheim (CH), Vorstandsmitglied Forschungsring für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise e.V., Darmstadt (DE), Vorstandsmitglied Institut für Biologisch-Dynamische Landwirtschaft, Darmstadt (DE), Stiftungsrat Forschungsinstitut für biologischen Landbau, Frick (CH), Stiftungsbeirat MAHLE Stiftung GmbH, Stuttgart (DE), persönlicher Berater der Rogau-Stiftung, Dreieich (DE), Mitglied des inneren Akteurskreis des futur-Prozesses des Bundeswissenschaftsministerium, Berlin (DE)

Auf Antrag von Nikolai Fuchs, wurde im Rahmen des Hochschulkollegiums zu Michaeli 2004 der Entschluss gefasst, die bisherige „Abteilung Landwirtschaft“ der Naturwissenschaftlichen Sektion in eine eigene Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft umzuwandeln.

 

Mission-Statement
Die Mitarbeiter der Landwirtschaftlichen Abteilung am Goetheanum sehen ihre Aufgabe

- im Gestalten von Anknüpfungspunkten für Menschen, die eine anthroposophisch- geisteswissenschaftliche Vertiefung im Zusammenhang mit der Landwirtschaft in Form von Kursen, Tagungen, individuellen Studienmöglichkeiten und Anregungen für ihre Arbeit auf den Höfen suchen sowie durch die Herausgabe von Schriften

- in der Pflege von Verbindungen und Beziehungen in Form von Zusammenarbeit mit einzelnen Menschen, den Institutionen der biologisch- dynamischen Bewegung, mit Stiftungen im Umfeld und anderen Berufsfeldern wie Medizin und Pädagogik

- im verständlich machen -und damit für die Erkenntnis zugänglich- der unterschiedlichen Hintergründe und Bezüge einer anthroposophischen, biologisch-dynamischen Landwirtschaft. Wir wollen, dass diese Erkenntnisse in der Welt für den einzelnen interessierten Landwirt und die Öffentlichkeit sichtbar und auffindbar werden und so einen Beitrag für eine sinnvolle Landwirtschaft leisten können

Dabei stehen einzelne Aufgaben momentan im Vordergrund, wie die Klärung des Wissenschaftsverständnisses der Anthroposophischen Geisteswissenschaft im Verhältnis zur heutigen Naturwissenschaft, die Entwicklung eines Verständnisses und Umgangs mit einer „Alltagsesoterik“, das Einbringen von Arbeitsergebnissen zur Hygiene (im Allgemeinen und zu den biologisch-dynamischen Präparaten im Speziellen), zur Ernährung (Zwangsvitaminierung von Kleinkindkost), zum Pflanzenschutz (Kupfer-Präparat) und zur Gentechnik (Gentech-Memorandum) in den politischen Raum.