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13. März 2010

didacta 2010

Bund der Freien Waldorfschulen startet bundesweite Kampagne zur Lehrergewinnung


12. März 2010

GLS Bank beim GABV-Gipfel in Bangladesch

GLS Bank setzt sich im globalen Netzwerk für eine nachhaltige Zukunft im Bankenwesen ein


10. März 2010

SEKEM Insight

Die neuste Ausgabe wieder mit einigen interessanten Berichten aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft ...



    Das Rosenkreuz in Europa, 1604–2012
    Fr, 19 Mär 2010 bis So, 21 Mär 2010
    7. Forschungskolloquium
    Fr, 19 Mär 2010
    ÖkoMesse Schwäbisch-Hall
    Fr, 16 Apr 2010 bis So, 18 Apr 2010




    Übersicht weiterer anthroposophischer Veranstaltungen, siehe hier:

    anthroTermin

    Allgemeines

    Geisteswissenschaft, wie sie auf diesen Seiten gemeint ist, muss unterschieden werden von der "anthroposophischen Geisteswissenschaft", wie sie von Rudolf Steiner auch als anderes Wort für Anthroposophie (von ihm oft auch "Geisteswissenschaft" genannt) eingeführt wurde. Sie ist traditionellerweise ein anderer Ausdruck für allgemeine Kulturwissenschaften oder Humanwissenschaften (im englischsprachigen Raum "humanities") und befasst sich, weit gefasst, mit den Gegenständen menschlicher Schöpfungen (im Gegensatz zur Naturwissenschaft).  Daher gehören zu ihr im engeren Sinne Philosophie, Sprach- und Literaturwissenschaften, und Geschichte (auch der verschiedenen Künste), im weiteren Sinne aber auch Soziologie, Politikwissenschaften, Rechtswissenschaften, Architektur usw., die auf gesonderten Seiten bei Anthromedia vorgestellt werden.

    Hermeneutik

    Die Geisteswissenschaften haben als verbindende Methode die Hermeneutik als Lehre des Verstehens von Sinnzusammenhängen entwickelt, die man als eigenständige Vorgehensweise neben die "erklärenden" Naturwissenschaften stellen kann (siehe dazu H. Schleiermacher: Die Entstehung der Hermeneutik und Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften). Der Mensch befasst sich hier reflektierend und verstehend mit Gegenständen, Ideen und Zusammenhängen, die er selbst hervorgebracht hat. Daher ist das Ziel der Geisteswissenschaft - ganz allgemein gesprochen - die menschliche Selbsterkenntnis.

    Eine durch Anthroposophie vertiefte Hermeneutik - als Wissenschaft vom Verstehen - hat die Aufgabe:

    • einen erhöhten, selbstreflektierenden und damit zeitgemäßen Bewusstseinstand beim Verstehen von Sinnzusammenhängen zu entwickeln
    • dem Gegenstand angemessene Erkenntnismethoden anzuwenden und weiter zu entwickeln
    • durch ihr spirituelles Menschenbild auch die schöpferische Individualität für sich selbst und aus ihren eigenen Entwicklungsgesichtspunkten zu verstehen, ohne ihre Bedeutung für die Geistesgeschichte aus dem Blick zu verlieren.

    Historische Forschung

    "Die alten Kulturen sind mit uns verbunden, ob wir das wissen oder nicht, und haben als abgelöste Inhalte eigentlich kaum einen Sinn." (Frank Teichmann)

    Die eigentliche Geschichte kommt, im Unterschied zur Naturgeschichte, erst durch den Menschen zustande. Ihre Tatsachen sind nichts eindeutiges, sondern müssen gedeutet, interpretiert, in Zusammenhang mit anderen Tatsachen gesehen werden. Die historischen Tatsachen finden erst Eingang in Dokumente, wenn sie sich aus der Entstehung der Handlungsimpulse in der menschlichen Seele im äußeren Werden niedergeschlagen haben. Der Historiker hat es also nicht mit den primären Ereignissen der Geschichte, sondern immer mit sekundären Wahrnehmungen zu tun. Diese Spuren oder Zeichen in der Geschichte können auch Symptome genannt werden, denn sie verweisen selbst auf einen "über" oder "hinter" ihnen liegenden Zusammenhang, den sie aber selbst nicht mitliefern.

    Auf dieser grundlegenden Einsicht basiert auch Rudolf Steiners Lehre von der "geschichtlichen Symptomatologie" (siehe auch Literaturliste dazu). 

    Zitat

    "Hier hat es unser Bewußtsein mit geistigem Inhalte selbst zu tun: mit dem einzelnen Menschengeist, mit den Schöpfungen der Kultur, der Literatur, mit den aufeinanderfolgenden wissenschaftlichen Überzeugungen, mit den Schöpfungen der Kunst. Geistiges wird durch den Geist erfaßt. Die Wirklichkeit hat hier schon das Ideelle, die Gesetzmäßigkeit in sich, die sonst erst in der geistigen Auffassung hervortritt. Was bei den Naturwissenschaften erst Produkt des Nachdenkens über die Gegenstände ist, das ist hier denselben eingeboren. Die Wissenschaft spielt eine andere Rolle. Das Wesen wäre auch schon im Objekte ohne ihre Arbeit da. Es sind menschliche Taten, Schöpfungen, Ideen, mit denen wir es zu tun haben. Es ist eine Auseinandersetzung des Menschen mit sich selbst und seinem Geschlechte. Die Wissenschaft hat hier eine andere Sendung zu erfüllen als der Natur gegenüber."
    Rudolf Steiner, Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung

    "Wie der Mensch seine Gefühlswelt eigentlich verträumt, so verträumt er dasjenige, was wirklicher Strom des geschichtlichen Werdens ist. Diese Erkenntnis ist das erschütternde Ergebnis jener Beobachtung, die sich vom Menschen weg zum geschichtlichen Werden hinwendet, und sie zeigt, daß wir diese Vorstellungen, die das äußere bewußte Leben regieren, nicht gebrauchen können, um geschichtliches Leben irgendwie zu fassen. Denn das, was man im alltäglichen Bewußtsein als einzelner Mensch erlebt, wird wachend erlebt. Aber in diesem ganzen wachen Tagesleben ist das gar nicht drinnen, was Geschichte ist. Geschichte wird von den Menschen nicht wach erlebt, Geschichte wird geträumt. Der große Traum des Werdeganges der Menschheit, das ist Geschichte, und niemals tritt Geschichte in das gewöhnliche Bewußtsein ein. Man kann das gewöhnliche Bewußtsein in sehr scharfsinniger Weise besitzen, man kann der bedeutendste Naturforscher sein gerade mit demjenigen Verstande, der geeignet ist, die Dinge zusammenzustellen nach Ursache und Wirkung, man kann diejenige Geistesstimmung haben, welche einen besonders befähigt, die äußere Natur richtig zu schauen und zu charakterisieren in ihrer Gesetzmäßigkeit. Lernt man erkennen, was Strom des geschichtlichen Werdens wirklich ist, so sagt man sich: Mit all dem Geistesvermögen, das geeignet ist, die äußere Natur zu begreifen, ja, das gerade fruchtbar ist für das Begreifen der äußeren Natur, mit dem kann man nicht hineinschauen in das geschichtliche Werden. Dieses wird nicht im gewöhnlichen Bewußtsein erlebt wie die Natur, sondern nur in dem Bewußtseinsgrad, der auch dem Traum eigen ist. Es wird einmal für die Geschichtsbetrachtung eines der bedeutendsten Ergebnisse sein, wenn man darauf kommen wird, daß man erst den Gegenstand der Geschichtsbetrachtung finden muß, finden muß, daß der Strom des geschichtlichen Werdens gar nicht so da ist wie die Natur, daß also auch dasjenige, was so da ist wie die Natur, nämlich die Tatsachen, die in den Archiven verzeichnet sind, die in den Dokumenten stehen, die man gewöhnlich schon als Geschichte bezeichnet, noch gar nicht Geschichte sind, daß die Geschichte in Wirklichkeit erst dahinter liegt, daß diese Tatsachen nur herausragen aus dem geschichtlichen Werden, nicht selbst dieses geschichtliche Werden sind."
    Rudolf Steiner, 14.03.1918, GA 67

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