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16. Juni 2008

Goetheanum schreibt Forschungsstipendien aus

Zum Herbst 2008 vergibt das Goetheanum Forschungsstipendien für Studierende und bietet damit Gelegenheit, an den laufenden Studien innerhalb der Sektionen der Freien...


15. Juni 2008

Demokratisches Europa

Dialogabende in der Diplomatischen Akademie in Wien - 20. Juni 2008, 18.30 bis 22.00 Uhr; Grundeinkommen - ein Menschenrecht ...


12. Juni 2008

Mit Argumenten gegen Anthro- und Waldorf-Bashing

Walter Kugler bringt sein „Feindbild-Steiner“ - Buch neu heraus – Kritiker haben nicht wirklich ein Interesse an Sachlichkeit und Aufklärung...

Zur Urteilsbildung über Bildschaffende Methoden

Die Gegenüberstellung der beiden Arten von Untersuchungsmethoden im vorigen Abschnitt zeigt, dass diesen verschiedene Erkenntnisweisen zu Grunde liegen, die in verschieden geartete Beziehungen zum Untersuchungsgegenstand führen und sich sich in ihren Möglichkeiten und Grenzen unterscheiden. Auch bedingen sie unterschiedliche Fähigkeiten bei der Auswertung. Welche Methode(n) für eine Fragestellung geeignet ist (sind), ergibt sich aus derselben und muss im Einzelfall entschieden werden. Bei Fragen stofflicher Identität und Menge wird in jedem Fall die instrumentelle Analytik zu bevorzugen sein, um hingegen Qualitäten zu erschliessen und Bildekräfte zugänglich zu machen, eher Bildschaffende Methoden, ausserdem rhythmologische, morphologische und andere Vorgehensweisen. Wissenschaft benötigt eine sachgemässe Methodenvielfalt.

Unter diesem Blickwinkel klären sich Kontroversen, die über die Bildschaffenden Methoden bestehen. Einerseits werden diese oft als »ganzheitliche Methoden« über die analytischen gestellt, obwohl analytische Verfahren zweifellos Bedeutung im Rahmen einer ganzheitlichen Naturerkenntnis haben können. Andererseits werden sie als überholt angesehen, da die heutige instrumentelle Analytik nie dagewesene Möglichkeiten bietet. Dabei wird jedoch ihre eigentliche Leistung übersehen, einen Zugang zu Qualitäten, insbesondere einen Erfahrungszugang zum Ätherischen zu bieten (ausführlicher hierzu siehe Rozumek 2004).

Die Bildschaffenden Methoden müssen jedoch in ihrer Eigenart verstanden werden, um ihre Untersuchungsergebnisse würdigen und beurteilen zu können. So begegnet manchmal die Auffassung, sie würden Bildekräfte, d.h. Übersinnliches, »sichtbar« machen, und die Bilder liessen sich dabei wie Messwerte für Ätherisches handhaben. Ein einzelnes Bild könne die Qualität des untersuchten Produktes hinsichtlich seines Lebenszustandes dokumentieren, ähnlich wie ein gaschromatographisch ermittelter Messwert den Grad der Verunreinigung durch Pestizidrückstände angibt. Diesen Auffassungen ist eine gewisse Naivität nicht abzusprechen. Sie rechnen nicht damit, dass man sich mit der Frage nach Qualität und Lebendigkeit in ein Gebiet begibt, zu dem unser gegenständliches Denken keinen Zugang hat.

Untersuchungen mit Bildschaffenden Methoden und ihre Beurteilung erfordern demgegenüber ein verwandeltes Denken, wie es hier als »begriffserwerbendes« beschrieben worden ist, und eine saubere Begriffsbildung. Hierin liegt der Hauptgrund dafür, dass Bildschaffenden Methoden gegenüber der instrumentellen Analytik grössere Fehlerquellen bei der Interpretation und eine womöglich grössere Möglichkeit des inadäquaten Umgangs mit der Methode innewohnen. So kann sich bei der Auswertung die Gedankenbildung zu schnell und zu weit von der Wahrnehmung lösen und in ein Assoziieren umschlagen. Nicht zuletzt dies hat die bestehenden Bildschaffenden Methoden mancherorts in Misskredit gebracht.

Die folgenden Fragen können als Leitfragen für die Urteilsbildung auf diesem Gebiet dienen:

- Was wird im Sinne der jeweiligen Methode als Bild angesehen? Wie kommt es zustande und welcher Zusammenhang besteht zwischen der Bildgestalt und den Eigenschaften der untersuchten Probe?

- Welche Bedeutung wird dem aus der Untersuchung hervorgehenden materiellen Erzeugnis zugemessen, welche demgegenüber der Erkenntnistätigkeit des Auswertenden?

- Auf welche Weise werden die gewonnenen Aussagen über die Probe mit Bewertungen wie »gute« oder »schlechte« Qualität als Lebensmittel, gesund oder krank u.ä. korreliert?