HomeÜber UnsKontakt

20. Mai 2012

Jetzt unterschreiben !

Ist die Zeit reif für das bedingungslose Grundeinkommen?


19. Mai 2012

Freie Schulen durch Innovationen erfolgreich

Waldorfschulen kindgerechtes Lernen bescheinigt: Prof. Heiner Barz im ZEIT-Gespräch mit Bildungsökonom Prof. Manfred Weiß


18. Mai 2012

Der KarmaKonsum Gründer Award

Die Finalisten stehen fest!



    Terminankündigungen Juni 2012
    Fr, 01 Jun 2012 bis Sa, 30 Jun 2012
    50 Jahre vahs
    Sa, 02 Jun 2012
    Venustransit 2012
    Di, 05 Jun 2012 bis Mi, 06 Jun 2012




    150 Jahr Anthroposophie

    27. Februar, 2011




    Eine umfangreiche Übersicht anthroposophischer Veranstaltungen auf rudolf-steiner-2011.com und hier:

    anthroTermin

    Ernährung und Entwicklungsfähigkeit

    Ernährungstagung am Goetheanum 2010

    12 Jahre lag die letzte Ernährungstagung zurück – nun gab es endlich eine neue am Goetheanum. 130 Teilnehmer waren gekommen, um sich über das Tagungsthema zu informieren, mehr als die Veranstalter erwartet hatten. Ernährung ist ein interdisziplinäres Gebiet – daher waren der Arbeitskreis für Ernährungsforschung, die Sektionen für Landwirtschaft, Medizin und Sozialwissenschaft Veranstalter. Die mehrjährige Vorarbeit im Sektionskreis Ernährung trug jetzt Früchte.

    Dr. Petra Kühne vom Arbeitskreis für Ernährungsforschung begann mit einer Standortbestimmung der anthroposophische Ernährung heute, die im 21. Jahrhundert keiner Mythen mehr bedarf, sondern bewusst aus der Individualität heraus ergriffen werden soll, um vor allem die drei Bereiche der Ökologie (Anbau und Verarbeitung der Lebensmittel), der Spiritualität (Einbeziehen der geistigen, kosmischen Impulse) und des Sozialen (Bewusstheit der Verbindung Landwirt, Verarbeiter, Konsument und der Ernährung der Weltbevölkerung) wahrzunehmen. „Ist der Mensch, was er isst“? oder Was muss der Mensch essen, damit er nicht das ist, was er isst? fragte Ulrike von Schoultz aus Järna, Schweden und verdeutlichte den Zusammenhang von Entwicklung und Ernährung - dem Tagungsthema. Dies setzte Dr. med. Reinhard Kindt fort, in dem er vier Zeiträume im menschlichen Lebenslauf vorstellte, in denen Veränderungen - auch auf dem Gebiet der Ernährung - am wirkungsvollsten sind. Dr. Marco Waser, Epidemiologe aus der Schweiz sprach über Ergebnisse von Studien, wonach wenig verarbeitete, kontrollierte Milch einen Schutzfaktor vor Allergien darstellen kann.

    Gesunde Nahrung ermöglicht Entwicklung - fehlende Nahrung kann Entwicklung verhindern. Solche Probleme treten auf, wenn Menschen zu wenig Lebensmittel zur Verfügung haben. Dass dies auch mit den Bedingungen des globalen Welthandels zu tun hat, erläuterte Nikolai Fuchs anhand der Zusammenhänge von Zöllen, Subventionen und globalen Abhängigkeiten und zeigte anfängliche Wege, diese Situation zu ändern.

    Auf ein wichtiges Thema der anthroposophischen Ernährung, die irdische und kosmische Ernährung,  ging Dr. Michaela Glöckler ein. Diese ganzheitliche Betrachtung, die auch den Zusammenhang von Lebens- und Denkkräften aufzeigt, stellt die Ernährung in einen weiten Zusammenhang, der über das Essen und Trinken hinausgeht.

    Daneben gab es eine Reihe von Arbeitsgruppen, auf denen die Vortragsthemen vertieft und weitere wichtige Ernährungsthemen im Gespräch bewegt werden konnten. In zwei Workshops wurden leckere Speisen zubereitet sowie eine Übung zur Geschmackswahrnehmung von Lebensmitteln. Eine Podiumsdiskussion über die Gemeinschaftsverpflegung mit drei Köchen zum Thema "Qualität und Wirtschaftlichkeit" rundete diese Tagung ab.

    Im abschließenden Gespräch über eine Weiterarbeit wurde deutlich, dass die Teilnehmer nicht wieder 12 Jahre auf die nächste Tagung warten wollen, sondern dass regelmäßig solch ein Angebot, gern mit internationaler Beteiligung, stattfinden kann.

     

    Konsumenten – Auftraggeber der Wirtschaft

    Verbrauchertreffen 2009

    Auch 2009 fand ein Treffen von Demeter-Verbrauchern sowie Konsumentenvereinen aus Deutschland und der Schweiz statt. Eingeladen hatte die Sozialwissenschaftliche Sektion in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftlichen Sektion am Goetheanum.

    Die Vertreter der Konsumentenvereine in der Schweiz berichteten aus ihrer Arbeit. Marc C. Theurillat vom Konsumentenverband betonte, dass aus ökonomischer Sicht die Konsumenten immer bestimmen, was produziert wird. Sie sind Auftraggeber der Wirtschaft. Allerdings sind sie eine sehr inhomogene Gruppe. Es ist schwer, Konsumenten zu organisieren. Allenfalls bei Lebensmittelskandalen werden Verbraucher aktiv, so U. Eisenhut mit Bedauern. Ein großes Anliegen des Konsumentenverbandes besteht darin, einen assoziativen Markt zu entwickeln. Dabei soll ein Interessensausgleich der verschiedenen Marktpartner durch Bewusstsein erfolgen. Informelle Gespräche führen die Vertreter der verschiedenen Bereiche wie Einzelhandel, Großhandel, Großküchenabnehmer, Verarbeiter und Bauern zusammen. Das Ziel ist, dass gegenseitig Verpflichtungen eingegangen werden (Beispiel Abo-Kisten). Durch den assoziativen Markt sollen Qualität, Menge und Preis innerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen bestimmt werden. Dies setzt ein verantwortliches Handeln auch bei den Konsumenten voraus. Der Konsumentenverband arbeitet eng mit Demeter Schweiz zusammen und will versuchen, mehr Mitglieder zu gewinnen. Am 11. September 2010 ist ein öffentlicher Kongress in Zürich geplant: Konsumenten - Auftraggeber der Wirtschaft. Näheres unter www.konsumentenverband.ch.

    Dr. Michael Rist vom Förderverein Zürich für biologisch-dynamischen Landbau und assoziative Wirtschaftsordnung vertritt ein etwas anderes Konzept. Regelmäßig werden Kurzinfos zu verschiedenen Themen herausgegeben, die von Zeitschriften gratis nachgedruckt werden. So erreichen sie unter dem Titel „Mündige Konsumenten und Konsumentinnen als Mitgestalter der Wirtschaft“ viele Leser. Darüber hinaus vergibt der Förderverein zinsfreie Darlehen an Bauern oder Verarbeiter von biologisch-dynamischen Erzeugnissen.

    Die Vertreter der Demeter Verbrauchervereine aus Deutschland – Förderkreis für Umweltgesundung in München und Fördergemeinschaft für Umweltpflege in Wiesbaden berichteten ebenfalls aus ihrer Arbeit. Dr. Horst Habisreitinger und Renate Lendle arbeiten als Delegierte der Fachgruppe Verbraucher, die im letzten Jahr in Dornach gegründet wurde im Demeter e.V. mit. H. Habisreitinger regte an, dass auch bei Demeter International Verbrauchervertreter mitarbeiten sollten. Die Fördergemeinschaft für Umweltpflege konnte in den vergangenen Jahren Forschungsprojekte und Umstellungsberatung auf biologisch-dynamischen Landbau finanziell unterstützen.

    Renate Lendle

    Was ist eine Bürger-Aktiengesellschaft? Bericht vom Verbrauchertreffen 2008

     

    Ende Mai fand im Anschluss an das Treffen des Initiativkreises Ernährung in Dornach eine Zusammenkunft von Demeter-Verbrauchern statt, bei dem in diesem Jahr das Thema Bürger-Aktiengesellschaft im Mittelpunkt stand neben dem Austausch der Verbrauchergruppen.

    Eingeladen war Christian Hiß, Gärtnermeister aus Eichstetten. Er berichtete von der Regionalwert AG, einer Bürgeraktiengesellschaft in der Region Freiburg. Schon früh suchte Christian Hiß nach alternativen Möglichkeiten, Kapital für die ökologische Landwirtschaft und regionaler Entwicklung zu bekommen. Wie bekommt man Kapital zusammen, mit dem ein Landwirt immaterielle Werte wie Erhalt von Artenvielfalt, gesunde Böden, gentechnikfreie Saatgutzüchtung schaffen kann? Dies wird mit der Bürgeraktiengesellschaft Regionalwert AG versucht. Sie ist ein Weg, Kapital für die Landwirtschaft bereitzustellen. Es gibt auch andere Formen wie Landfreikauf, Überführung der Betriebe in Stiftungen oder gemeinnützige Vereine.

    Nach diesen grundlegenden Anregungen zur Kapitalbeschaffung in der Landwirtschaft stellten die anwesenden Verbraucher ihre aktuellen Projekte vor: Im Februar 2009 bestehen die „Demeter-Verbraucher Nürnberg“ 40 Jahre. Dazu wird es neben einer Festveranstaltung auf der Biofach-Messe eine Podiumsdiskussion mit VerbraucherInnnen geben.

    Ferner wurde von der Gründung der Fachgruppe Verbraucher innerhalb des Demeter e.V. berichtet, der neben den „Demeter Verbrauchern Nürnberg“ der „Förderkreis für Umweltgesundung“ in München und die „Fördergemeinschaft für Umweltpflege“ in Wiesbaden angehören. Die Fachgruppe wird zwei Delegierte zur jährlichen Versammlung des Demeter e.V. entsenden.

    Das nächste Treffen der Verbraucherinitiativen findet am 9.Mai 2009 in Dornach statt. Viele Fragen sind offen, die Verbraucher bewegen – globaler Handel mit Bio-Produkten, fair Trade, kann Bio die Welt ernähren? Was bedeutet „CO2 neutral“ - nur um einige Stichpunkte zu nennen. Und nicht zuletzt – wie gewinnen wir neue engagierte Konsumenten für die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise.

    Runde Tische - Orte neuer Ideen - Verbrauchertreffen 2007

    Zum Auftakt fanden wir uns im Foyer des Goetheanums am runden Tisch der Installation Exchange Values von Shelley Sacks zusammen. In der Mitte stand ein großer Tisch, in dessen Vertiefung lagen hunderte getrockneter Bananenschalen, wir saßen an einer umlaufenden Bank davor. Dieser Gedanke – runder Tisch – brachte uns schnell ins Gespräch, unsere Verantwortung als Konsumenten wurde deutlich.

    Die Vertreter der Verbrauchervereine aus Deutschland und der Schweiz stellten ihre wichtigsten Aktivitäten des letzten Jahres vor so die Aktion „Produkt des Monats“ vom Verband der Demeter Konsumentenvereine Schweiz, bei der in Zusammenarbeit mit Naturkostläden über 6 Monate jeweils ein Demeter Produkt ausgezeichnet wurde oder die regelmäßige Information „Mündige Konsumenten“ des Konsumentenvereins Zürich, wo in kurzen Texten wirtschaftliche Zusammenhänge erläutert werden. Beim Förderkreis für Umweltgesundung in München stand das Angebot von Demeter Produkten zwischen Naturkostfachhandel und qualitätsorientierten Handel in Diskussion.

    Renate Lendle von der Fördergemeinschaft für Umweltpflege wies auf das veränderte Verbraucherverhalten hin, Bio-Käufer heute gehören zu verschiedenen Milieus an und müssen verschieden angesprochen werden, was für die Arbeit der Verbrauchervereine entscheidend, aber noch zu wenig bewusst ist.

    In der Demeter Verbraucherarbeit gewinnt das Internet an Bedeutung – aber das Ur-Erlebnis mit den Demeter Lebensmitteln findet auf dem Hof statt. Konsumenten wollen die Lebensmittel erleben z.B. durch Verkostungen oder Aktionen. Dafür werden kompetente und fähige Menschen gebraucht, auch eine Aufgabe für Mitglieder der Demeter Konsumentenvereine. Weiterhin sollte von den Verbrauchervereinen daran gearbeitet werden, wie die wichtige Frage der Umweltverträglichkeit heute kommuniziert wird. Und nicht zuletzt gewinnen die sozialen Fragen in Zeiten immer stärkerer Globalisierung an Bedeutung – womit wir den Kreis schließen konnten – der „Runde Tisch“ als Zukunftsperspektive mit Vertretern von allen am Markt Beteiligten – vom Konsumenten über den Verarbeiter, Händler bis zum Erzeuger.

     

     

    Gewinnen Sie Zeit und Lebensqualität!

    Treffen der Verbraucher-Initiativen am Goetheanum 2006

    Zum zweiten Mal trafen sich Konsumentenvertreter und interessierte Verbraucher für einen Austausch am Goetheanum. Ulrich Rösch von der Sozialwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum stellte in seiner Einleitung die arbeitsteilige Wirtschaft vor. Zwischen den Konsumenten und Produzenten müssen sich Assoziationen bilden, um im Gespräch an „runden Tischen“ zu Vereinbarungen zu kommen. Er schilderte, dass der Preis dann ein gerechter ist, wenn der Produzent wiederum ein neues vergleichbares Produkt schaffen kann. Im Buch „Kunde König ruiniert sein Land“ wird gezeigt, dass die Meinungen und das tatsächliche Kaufverhalten oft weit auseinanderliegen. Es stellte sich die Frage, wie bewusst tätigt der Verbraucher seine Einkäufe?

    Dass Einkaufen und Konsumieren nicht nur Verantwortung bedeutet, sondern auch Befriedigung und positive Lebensqualität, stellte Nikolai Fuchs, Leiter der Landwirtschaftlichen Sektion mit seinem Beitrag „Die Freuden des Verbrauchers im Alltag“ dar. Was wirklich zählt, ist echte Lebensqualität, Zeit für die Familie, der alltägliche Genuss, um beispielsweise leckere Demeter Lebensmittel zu schmecken und in der Küche zu verarbeiten oder im Naturkostladen einzukaufen, der vielleicht etwas teurer ist, aber um die Ecke liegt und wo das eigene Kind nicht mit unerwünschten Süßigkeiten begrüßt wird. Diese alltägliche Lebensqualität verschafft man sich durch Grundsatzentscheidungen z.B. für bewusste ökologische Lebensführung. Die Mehrkosten bei den Lebensmitteln sind dann budgetneutral, wenn man Einsparungen an anderer Stelle tätigt z.B. bei der Wahl eines kleineren Autos, einer einfacheren Wohnung oder einer etwas weniger aufwändigen Urlaubsreise. So könnten die Demeter Konsumentenvereine mit positiven Aussagen für sich werben:

    • „Werden Sie Gewinner an Zeit – durch kurze Wege zum Bio-Laden nebenan“
    • „Werden Sie Gewinner an köstlichen Speisen durch Demeter Lebensmittel“
    • Werden Sie Gewinner an Lebensqualität – durch ökologische Kaufentscheidungen“ etc.

    Wichtig ist, dass der Verbraucher nicht immer zum Verzicht oder zu höherer finanzieller Leistung aufgefordert wird, sondern ihm die Vorteile seiner ökologischen Kaufentscheidung verdeutlicht werden.

    Als dritten Beitrag stellte der designierte Präsident des Demeter Konsumentenvereins Basel Marc Theurillat die Schweizer Demeter Konsumentenvereinigung und ihre Arbeit vor. Über 1000 Mitglieder sind in mehreren Vereinen organisiert. Der Verband der Demeter Konsumentenvereine ist einer von drei Poolpartnern neben den Produzenten und Händlern. Ein gemeinsames Projekt waren die Demeter Marktgespräche zum Lagergemüse (Möhren und Kartoffeln), wo alle Partner am runden Tisch über Preise und Angebot redeten. Wichtig wird das Thema fair economy, das die ökologische Produktion und Verarbeitung ergänzt. In Kürze soll es ein Produkt des Monats geben, wo ein von den Konsumenten ausgewähltes Lebensmittel mit begleitenden Informationen herausgestellt wird.

    Für die Konsumenten mit geringem Budget sind die Preise ein Thema. Dabei spielen die Logistikkosten eine große Rolle, da Erfassung kleiner Mengen und der dadurch aufwändigere Vertrieb sich erhöhend auf die Bio-Preise auswirken. Hier muss nach Wegen gesucht werden.

    Fazit dieses Treffens war es, dass die kurze Zeit nicht ausreichte und der Wunsch nach Fortsetzung im nächsten Jahr besteht. Bei diesem Treffen konnten die gegenseitigen Projekte wahrgenommen werden, es gab Anregungen für die eigene Arbeit und die Möglichkeit zum Gespräch mit den anderen Teilnehmern.